Dialog Sozialer Arbeitsmarkt im Landkreis Tübingen

Martin Rosemann: „Die Umsetzung vor Ort entscheidet über den Erfolg des sozialen Arbeitsmarktes“

Martin Rosemann hat maßgeblich den sozialen Arbeitsmarkt durch den Bundestag gebracht, weshalb ihm nun auch die Umsetzung vor Ort am Herzen liegt. Beim Fachdialog Sozialer Arbeitsmarkt des SPD-Bundestagsabgeordneten waren die arbeitsmarktpolitischen Akteurinnen und Akteure gefragt. „Es geht darum, mit dem Teilhabechancengesetz Langzeitarbeitslosen wieder neue Perspektiven auf einem öffentlich geförderten Arbeitsmarkt zu schaffen, um so auch wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Ob es funktioniert, muss jedoch die Praxis zeigen: Um welche Personengruppen geht es, in welchen Bereichen können Arbeitsplätze geschaffen werden, welche Begleitung ist dafür notwendig“, begrüßte Rosemann das Jobcenter, die Arbeitsagentur, den Landkreis Tübingen sowie zahlreiche Träger und kommunale Vertreterinnen und Vertreter.

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können bis zu fünf Jahre bei der Bereitstellung eines Arbeitsplatzes auf dem sozialen Arbeitsmarkt gefördert werden. Dieser Lohnkostenzuschuss beträgt in den ersten beiden Jahren 100 Prozent auf Grundlage des gesetzlichen Mindestlohns oder eines gezahlten Tariflohns, ab dem dritten Jahr schmilzt diese Förderung ab.

Vor allem freue er sich, über das vorgelagerte Coaching, wofür er sich eingesetzt habe. Das ermögliche den Jobcentern im Vorfeld gemeinsam mit den Menschen einen passgenauen Arbeitsplatz zu suchen, zu finden und sie bestmöglich auf ihre neue Arbeit vorzubereiten. Es habe bereits eine Gruppe von 66 Personen ein solches begleitendes Coaching angefangen und die Menschen seien nach erstem Zögern sehr hoffnungsvoll, berichtete die Geschäftsführerin des Jobcenters Tübingen, Ellen Klaiber, die als Inputgeberin von ihren Bemühungen berichtete.

„Es war notwendig etwas Neues zu schaffen, um Langzeitarbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen“, so der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Reutlingen-Tübingen Wilhelm Schreyeck ebenso optimistisch. Er sehe in dem sozialen Arbeitsmarkt eine Chance, dass das was werde. Der frühe Einbezug der Praxis in den Gesetzgebungsprozess bekam viel Lob.

Der Sozialdezernent des Landkreises Tübingen, Horst Lipinski, sieht viele Möglichkeiten, wo auch öffentlich geförderte Beschäftigung im Kreis angesiedelt werden kann: „Auch kommunale und freigemeinnützige Träger können mit den Förderinstrumenten für einen sozialen Arbeitsmarkt neue Perspektiven zur Reintegration in die Arbeitswelt ermöglichen und die „Quartierentwicklung“ fördern.“

Man war sich einig: Das begleitende Coaching sei der Schlüssel zum Erfolg – sowohl für ArbeitnehmerInnen, als auch ArbeitgeberInnen. „Jemanden zu haben, den man anrufen kann und die vermittelt beispielsweise wenn eine Person nicht zuverlässig erscheint, das sei enorm wichtig“, so eine Teilnehmerin und selbst Jobcoachin.

„Der Soziale Arbeitsmarkt funktioniert nur, wenn die Leute freiwillig teilnehmen und das Einsatzfeld und die konkrete Arbeit dort anpasst“, ist auch Rosemann überzeugt, womit er dem Vertreter des Tübinger Arbeitslosen-Treffs ein Stückweit die Sorge nahm.

Jobcenter und Arbeitsagentur liegen bereits vielversprechende Angebote für soziale Arbeitsplätze von Kommunen wie auch einzelnen Unternehmen vor. „Die Wirtschaft müsse man nun direkt ansprechen und für den sozialen Arbeitsmarkt gewinnen“, wozu Rosemann abschließend aufrief.