Grußwort von Martin Rosemann auf der Ver.di-Kundgebung am 8. November in Tübingen zur Personalsituation in den Krankenhäusern

(08.11.2017) Folgendes Grußwort wurde verlesen:

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich übermittle Ihnen heute meine solidarischen Grüße!

Gemeinsam mit vielen anderen Kolleginnen und Kollegen setzen Sie ein deutliches Zeichen. Ein Zeichen, dass die Beschäftigten in den Krankenhäusern nicht mehr bereit sind, die gravierende Überbelastung zu akzeptieren.

Sie kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen und eine spürbare personelle Entlastung.

Für diese Forderungen haben Sie nicht nur meine ausdrückliche Unterstützung – Sie haben die Unterstützung der ganzen SPD.

Die jahrelange Unterfinanzierung der Kliniken führt zu Einsparungen, die direkt auf dem Rücken des Personals vollzogen werden.

Allein in der Pflege fehlen bundesweit mehrere zehntausend Stellen. Das betrifft auch das Tübinger Uniklinikum.

Zu wenig Pflegepersonal in Krankenhäusern bedeutet chronische Überlastung der Beschäftigten. In der Folge steigt der Krankenstand. Und das geht am Ende zu Lasten der Patientinnen und Patienten.

Das ist ein Armutszeugnis, gerade in einem reichen Land wie Deutschland!

Wer eine menschliche, wer eine soziale Gesellschaft will, kann diesen Zustand nicht akzeptieren.

Es muss uns allen mehr wert sein, wenn sich gut ausgebildete Fachkräfte mit viel Hingabe um kranke und hilfsbedürftige Menschen kümmern.

Hier für ausreichend Personal und gute Bezahlung zu sorgen, darf dem Land nicht zu teuer sein.

Und deswegen reicht es nicht, mit unterdimensionierten Pflegestellenprogrammen notdürftig an die schlimmsten Symptome heranzugehen. Es ist Zeit für verbindliche Personalstandards in der Pflege. Diese Forderung vertritt die SPD seit Jahren. Ich bedaure es zutiefst, dass wir uns in den letzten vier Jahren in der großen Koalition nicht auf gesetzliche Personalschlüssel einigen konnten.

Sie gehen heute für mehr Personal und Mindeststandards auf die Straße, und das muss am Ende Teil eines Tarifabschlusses sein!

Pflegeberufe müssen endlich aufgewertet, die Beschäftigten spürbar entlastet und ordentlich bezahlt werden! Dabei stehe ich an Ihrer Seite.

Glückauf und viel Erfolg für die anstehenden Tarifverhandlungen.

 

Martin Rosemann