Sommertour im Zeichen der Integration: Martin Rosemann besucht seinen ersten Integrationskurs

Der Tübinger SPD-Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales, Martin Rosemann, besuchte auf seiner Sommertour einen Integrationskurs von InFö in Tübingen. „Alle reden immer von Integrationskursen, aber kaum jemand weiß, wie so ein Kurs wirklich abläuft. Ich wollte mir das jetzt mal selbst anschauen“, erklärt Martin Rosemann.

Wie es zu schaffen sei, Menschen aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt zusammen Deutsch beizubringen, habe er sich immer gefragt, so der Tübinger. Etwa die Hälfte der Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer sind syrische Flüchtlinge. Die anderen kommen aus unterschiedlichen europäischen und außereuropäischen Ländern und sind aus beruflichen oder familiären Gründen in Deutschland.

Mit dem Bundestagsabgeordneten übten die Schülerinnen und Schüler auf einen Teil ihrer Prüfung – die Vorstellung ihrer eigenen Person. Martin Rosemann war hierbei in der Rolle des Prüfers und durfte die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu den Gründen ihrer Migration, der Situation im Heimatland, zu ihrem beruflichen und familiären Hintergrund sowie den Wünschen für die Zukunft befragen. „Ich bin nicht nur von den Deutschkenntnissen der Teilnehmenden, beeindruckt. Das Interesse an den anderen Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern, ihren Lebensgeschichten und Kulturen war sehr hoch, ganz unabhängig von Herkunft und Geschlecht“.

Positiv nahm Martin Rosemann bei vielen der Flüchtlinge auch die Eigeninitiative wahr. So machten sich einige Gedanken über eine Ausbildung. Ein junger Mann berichtete davon, dass er sich bereits selbst einen Praktikumsplatz gesucht und ein Praktikum bei einem Raumausstatter absolviert habe. Nun wolle er diesen Beruf lernen.

Erst am 7. Juli verabschiedete der Bundestag das Integrationsgesetz mit dem erstmals eine gesetzliche Grundlage für eine erfolgreiche Integration in die Gesellschaft geschaffen wurde. Ein Teil des Gesetzes beschäftige sich mit Integrationskursen. Der Anteil von Wertevermittlung wurde erhöht und die Wartezeiten für Kurse verkürzt. „Statt wie bisher drei Monate müssen die Leute nur noch sechs Wochen auf ihre Kurse warten. Damit lernen die Leute nicht nur von Anfang an Deutsch, sondern haben damit auch die Chance, sich schneller zu integrieren und sich zu Hause zu fühlen“, betont Martin Rosemann. Der Arbeitsmarktexperte freue sich, dass das Integrationsgesetz auf so gute Resonanz stoße, vor allem die Aussetzung der Vorrangprüfung wäre sehr gut aufgenommen worden.

Zudem stehe den Geflüchtete die doppelte Zahl von Integrationskursen zur Verfügung. Das stehe und falle jedoch mit den Lehrer und Lehrerinnen, weshalb sich die SPD-Bundestagsfraktion für eine Erhöhung ihrer Vergütung auf 35 Euro eingesetzt habe. „Das bedeutet jedoch auch, dass die Träger von Integrationskursen dieses Geld zeitnah vom BAMF bekommen und nicht in Vorleistung gehen müssen, wie es bisher der Fall ist. Dafür müssen wir noch sorgen“, betont der Bundestagsabgeordnete.

Leider verpasse Martin Rosemann die Politik-Einheit, die eine Woche später beginne, doch gerne komme er dafür auch nochmal in den Kurs.